... zur Flüchtlingskrise

„Alles, was ihr wollt, dass Euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch – hat Jesus gesagt.
Geben wir die Unterstützung, die wir uns selbst auch erhoffen würden!“

Für Heinrich Bedford-Strohm, unseren bayerischen Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzenden, ist die Hilfe für die Flüchtlinge eine Aufgabe, die sich schlüssig und selbstverständlich aus dem Gebot der christlichen Nächstenliebe ableitet.
Das Diakonische Werk Bamberg Forchheim nimmt diesen Auftrag ernst. Mit unserer Asyl-Sozialberatung unterstützen wir seit 2014 Flüchtlinge bei allen Fragen zum laufenden Asylverfahren, bei persönlichen Problemen und allen Dingen rund um die Integration in unsere Gesellschaft.

Wir sind derzeit in Forchheim und Höchstadt mit zwei Mitarbeiterinnen für circa 300 Menschen da, die ihre Familie, ihr Haus, ihre Freunde und ihre Wurzeln aufgegeben haben, um ihr Leben zu retten – sie erhoffen sich in Deutschland eine neue Lebensperspektive – und vor allem Frieden.

Uns ist in der täglichen Arbeit mit den Betroffenen wichtig, dass sie bei uns einen Ort finden, an dem sie zur Ruhe kommen können und gleichzeitig auch die Chance bekommen, sich in unsere Gesellschaft zu integrieren. Für unsere Asylberaterinnen vor Ort ist ihre Arbeit oft eine Gratwanderung, denn es gibt Menschen mit und ohne Bleibeperspektive. Das christlich-soziale Handeln muss den Gesetzen entsprechend ausgerichtet sein – oft ein Drahtseilakt, denn Menschen aus Syrien haben beispielsweise eine Bleibeperspektive, Menschen aus Afghanistan oft keine, obwohl auch ihr Land seit Jahrzehnten vom Bürgerkrieg betroffen ist.

Dass die Herausforderungen rund um das Thema Flüchtlinge nur mit Hilfe vieler Ehrenamtlicher geleistet werden kann, wird von vielen Verantwortlichen als gegeben angesehen. Für uns ist es das nicht: Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung der Freiwilligen in diesem Bereich und bieten Ehrenamtsinitiativen unser Knowhow und einen intensiven Informations-und Erfahrungsaustauch an.
Alleine in Forchheim werden derzeit ca. 750 Personen durch Caritas und Diakonie begleitet, allerdings fehlen mindestens drei volle Personalstellen in der Asyl-Sozialarbeit. Wir versuchen durch ein effektives, dezentrales Beratungsmodell in den einzelnen Asylunterkünften regelmäßig vor Ort zu sein. Wir unterstützen damit das Anliegen der Politik, keine Massenunterkünfte im Landkreis zu errichten. Eingeschränkte Mobilität und fehlende Infrastruktur sind im Landkreis allerdings große Herausforderungen, die wir ohne engagierte Ehrenamtliche nicht bewältigen können.

Für das Diakonische Werk Bamberg-Forchheim ist Flüchtlingsarbeit und Hilfe für alle Menschen aus unserer Region selbstverständlich, sie gehören zusammen und gründen sich in einem ganzheitlichen, christlichen Menschenbild.
Mit der Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit im HBZ in Forchheim, mit der KASA-Außenstelle in Gräfenberg und unseren vielfältigen Angeboten im Bereich Pflege sind wir für alle Menschen da - unabhängig von Konfession, Alter und Herkunft.
So leisten wir unseren Beitrag für eine Gesellschaft, in der Toleranz, gegenseitiges Verständnis und Hilfe für den Nächsten im Alltag sichtbar wird.

Ansprechperson für die Region Forchheim ist unsere Asyl-Sozialberaterin Diana Könitzer. E-Mail: asyl-forchheim@dwbf.de

Fred Schäfer, Leiter Soziale Dienste Diakonisches Werk Bamberg-Forchheim e. V.